Konzertecho
Konzert der Kantorei der Ev. Hauptkirche Rheydt
Guiseppe Verdi - Messa da Requiem - 28. November 2009 - Foto: Adriaan Brooren
Requiem von Michael Haydn

Johann Michael Haydn (1737 - 1806)
Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)
Sinfonisches Chorkonzert der Kantorei der Hauptkirche Rheydt
von Dr. Gert Holtmeyer - Rheinische Post
"Mit einem Requiem verabschiedeten sich Udo Witt und die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt vom dunklen Monat November; mit dem
berühmten Bach-Magnificat stimmten sie auf die beginnende Adventszeit ein".
"Nicht vom berühmten Joseph Haydn, sondern von seinem fünf Jahre jüngeren Bruder Johann Michael stammt das Requiem in c-moll, das einen eindrucksvollen Beginn des Konzerts in der Rheydter Evangelischen Hauptkirche markierte. Dieses Werk, das mit überraschenden Harmonien und Wendungen beginnt und mit einem strahlenden D-Dur-Akkord endet, erwies sich voll und ganz als aufführungswert. Es ist gleichermaßen unkonventionell wie wirkungsvoll komponiert, ob es sich um das vitale „Dies irae“, das majestätische „Sanctus“ oder das lyrische „Agnus Dei“ handelt. Tadellos gelang die Aufführung dieses interessanten, eindringlichen Werkes".
"Es folgte ein zweites Mal Haydn, diesmal aber der berühmte Joseph. Allerdings auch mit wenig Bekanntem, denn nicht das seit alters her beliebte D-Dur-Cellokonzert war zu hören, sondern das erst 1961 in Prag aufgestöberte Konzert in C-Dur. Zum einen gefällt das Werk durch seine eingängliche Melodik, zum anderen enthält es erhebliche virtuose Anforderungen und steckt, zumal in den hohen Lagen, voller transparenter technischer Schwierigkeiten. Für den Solisten ist es gewissermaßen eine Aufgabe ohne Netz und doppelten Boden. Raffaele Franchini, Solocellist der Niederrheinischen Sinfoniker, bewährte sich als kompetenter Interpret. Hervorzuheben sind die Lockerheit seines Spiels und die Eleganz seiner Tonbildung".
"Bemerkenswert gut geriet die Aufführung des „Magnificat“ von Johann Sebastian Bach. Wie schon im Haydn-Requiem überzeugten die Gesangssolisten Taryn Knerr (Sopran), Sylvia Irmen (Mezzosopran), Christina Bock (Alt) Stephan Scherpe (Tenor) und Martin Häßler (Bass). Der große, aus dem Niederrheinischen Kammerchor Viersen-Dülken, der Kantorei der Hauptkirche und einer kleinen, engagiert singender Kinderchor-Gruppe gebildete Chor beeindruckte durch Sicherheit, Strahlkraft, bewegliche Stimmführung und dynamische Differenzierung. Glanzvoll klangen die drei Bach-Trompeten. Die Flöten- und Oboen-Soli erklangen genau so untadelig wie die Continuo-Gruppe und das gesamte Orchester mit der Konzertmeisterin Johanna Brinkmann".
"Udo Witt, der alles sehr sorgfältig einstudiert hatte, leitete mit großer Übersicht. Langer und begeisterter Beifall."
Johannespassion ohne Fehl und Tadel

Ev. Hauptkirche Rheydt
Eine Johannespassion ohne Fehl und Tadel
Unter der Leitung von Udo Witt gelang dem Chor der evangelischen Hauptkirche Rheydt mit der Johannes Passion ein glanzvolles Konzert.
Rheinische Post, Mittwoch, 27. April 2011
Von Gert Holtmeyer
"Einen glanzvollen Abschluss fanden die Ökumenischen Kirchenmusiktage Mönchengladbach mit der Aufführung von Johann Sebastian Bachs Johannespassion in der Evangelischen Hauptkirche Rheydt. In guter Verfassung präsentierte sich die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt. Dieser Chor, der sich im Laufe der Jahre zu einem überkonfessionellen Klangkörper entwickelt hat, war von Udo Witt tadellos einstudiert und agierte präzise und mit großem Engagement".
Das Tempo wurde frisch und zügig genommen
"Temperamentvoll erklangen Sätze wie „Kreuzige" oder „Lasset uns den nicht zerteilen". Lyrische Sätze wie - zusammen mit dem Solo-Bass - „Mein teurer Heiland lass dich fragen" wurden kultiviert vorgetragen. Abwechslungsreich gestaltete Witt die Choräle. Sie wurden nicht nach einem durchgehenden einheitlichen Muster gesungen, sondern es wurde dem unterschiedlichen Charakter der Texte durch je andere Tempi Rechnung getragen. Mal wurde das Tempo frisch und zügig genommen, so wie es für den Gemeindegesang angebracht ist. Dann wieder wurden die Choräle mehr als Vertiefung von Besinnung und Meditation vorgetragen, in einem angemessenen ruhigen Tempo".
"Ebenfalls mit guten Leistungen warteten die Gesangssolisten auf. Die gelegentlichen Probleme des Evangelisten Markus Heinrich in hohen Lagen waren wohl in einer akuten Erkrankung begründet und dürfen nicht überbewertet werden. Entscheidend ist, dass der Tenor die Evangelisten-Partie zu gestalten verstand. Heinrich baute eine beachtliche Spannung auf. Thomas Peter, mit den Rollen von Petrus und Pilatus betraut und für die Bass-Arien zuständig, war mit der gewohnten Souveränität hei der Sache. Stimmlich ohne Fehl und Tadel, brachte er überzeugend die Dramatik der Musik zum Ausdruck. Eine sensible Interpretation erfuhren die Sopran- und Alt-Arien durch Anja Maria Kaftan und Sylvia Irmen. Ein „Heimspiel" hatte Pfarrer Stephan Dedring als Christus-Bass. Konzentriert und einfühlsam musizierte das Orchester der Hauptkirchenkonzerte mit der Konzertmeisterin Johanna Brinkmann. Hervorzuheben wären die vorzüglichen Instrumentalsolisten wie beispielsweise Sabine Heiwolt (Gambe), Angelika Euler (Flöte) und die Continuo-Verantwortlichen Anke Müller (Violoncello) und Klaus Paulsen (Orgel-Continuo). Der musikalische Leiter Udo Witt und alle Mitwirkenden wurden vom Publikum mit langem, herzlichem Applaus für dieses Konzert belohnt".
Te Deum: Finale und Höhepunkt

Evangelische Hauptkirche Rheydt
Mit langem und herzlichem Applaus haben die Zuhörer das Adventskonzert in der Evangelischen Hauptkirche belohnt. Sie erlebten gut harmonierende Musiker und Gesangssolisten.
Rheinische Post, Montag, 29. November 2010
Von Gert Holtmeyer
"Einmal Bach, einmal Händel und gewissermaßen eineinhalbmal Mendelssohn standen auf dem Programm des traditionellen Adventkonzerts in der Evangelischen Hauptkirche Rheydt. Denn Kantor Udo Witt hatte sich entschlossen, das Konzert mit Handels „Dettinger Te Deum" in der Bearbeitung von Felix Mendelssohn zu beschließen. An den Beginn hatte er Mendelssohns Sinfonische Kantate über den 42. Psalm „Wie der Hirsch schreit" gesetzt. Als Sopran-Solistin bewährte sich Anja Maria Kaftan. Der Chor, in dem der Komponist Männer- und Frauenchor oft getrennt einsetzt, klang voluminös. Dass er mitunter achtstimmig geführt wird, bereitete keine Schwierigkeiten. Die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt und das Orchester der Hauptkirchenkonzerte musizierten ausgewogen miteinander, die Lautstärken-Relation stimmte".
Und in der Mitte Bach
"Den Mittelteil des Konzerts übernahmen die Streicher allein mit Johann Sebastian Bachs beliebtem d-moll-Konzert für zwei Soloviolinen und Streichorchester. Es gibt Aufnahmen von diesem Konzert, in dem ein Geiger beide Stimmen einspielt. Darüber kann man streiten; bei Live-Konzerten steht dergleichen ohnehin nicht zur Debatte. Hier kommt es darauf an, dass beide Solisten in der Bach-Auffassung und in der geigerischen Umsetzung miteinander harmonieren. Dies war erfreulicherweise bei den beiden Solistinnen Johanna Brinkmann und Anke Vogelsänger der Fall. Die beiden Stimmführerinnen des Orchesters spielten die schnellen Sätze temperamentvoll, den langsamen Mittelsatz mit der nötigen Ruhe melodiös, dabei aber ohne übertriebene Sentimentalität".
"Das Zusammenwirken von Solistinnen und Orchester war gut aufeinander abgestimmt. Zu Recht wurde Handels „Dettinger Te Deum" an den Schluss des Konzerts gestellt. Es eignete sich zweifellos als Höhepunkt dieses gelungenen Konzerts. Mendelssohn, der sich sowohl um die Bach- wie um die Händel-Rezeption große Verdienste erworben hat, schätzte dieses Werk und steuerte eine wirkungsvolle Bearbeitung bei. Er bereicherte die Instrumentierung um Flöten, Klarinetten und Hörner. Insgesamt entstand mit seiner Bearbeitung eine reizvolle Mischung von typischem Händel-Oratorium und Mendelssohnscher Romantik. Es gab Stellen, an denen sich kaum mit Gewissheit sagen ließ, ob es mehr nach Händel oder nach Mendelssohn klang".
"Zu Anja Kaftan gesellten sich als weitere Solisten Sylvia Irmen (Mezzosopran), der strahlende Tenor Johannes Klüser (in Vertretung des erkrankten Klaus Paulsen) und ein guter alter Bekannter, der wieder glänzend aufgelegte Thomas Peter (Bass). Udo Witt, der alles sorgfältig einstudiert hatte, dirigierte mit der gewohnten Konzentration und Übersicht. Mit langem und herzlichem Applaus bedankten sich die zahlreichen Zuhörer bei allen Mitwirkenden".
Alte Musik perfekt gestaltet...
ALTE MUSIK PEERFEKT GESTALTET - DAME EMMA KIRKBY IN DER RHEYDTER HAUPTKIRCHE
Konzert vom 12.09.2010 mit Dame Emma Kirkby
Von Redaktion BZMG Theater (BÜRGERZEITUNG MÖNCHENGLADBACH - 13.09.2010)
Man sollte keine Kritik schreiben – es war einfach schön! Das Konzert des Weltstars Dame Emma Kirkby in der Ev. Hauptkirche zu Rheydt fand vor einem zahlreich erschienenen Publikum statt. Emma Kirkby wurde von David Miller an der Laute, der für den erkrankten Anthony Rooley einsprang, hervorragend und einfühlsam begleitet. Eine wunderbare Partnerschaft. Das ganz dem britischen Komponisten John Dowland gewidmete Programm bestach in Frau Kirkbys Ausdeutung durch Farbigkeit des Tons, minutiös austarierte Aussprache , unglaubliche Dynamik vom leisesten, aber immer noch tragenden Pianissimo bis hin zum kernigen Forte.
Man meinte, Lustigkeit, Schwermut, Trauer, Wehmut, in ihrem Gesang zu hören. So fabelhaft gesungen, daß man vergaß, wie viele Jahre sie schon singt. Die perfekte Technik machte es möglich. Ich hörte sie vor vielen Jahren, ich fand sie hier besser als je! Der Reszensent, der eigentlich alter Musik, wenn sie, wie heute üblich, ohne Vibrato gesungen und gespielt wird, sehr ablehnend gegenübersteht, wurde durch Frau Kirkbys runden, schönen Ton für diesen Abend versöhnt. Eine wunderbare Künstlerin mit einem kongenialen Partner!
Bereichert wurde dieser Abend durch die Werkeinführung unseres Kantors Udo Witt, der die einzelnen Lieder perfekt erklärte. (Wann denkt die Kirche einmal daran, ihm den Titel Kirchenmusikdirektor zu verleihen?) Das Publikum dankte, sichtlich und hörbar begeistert, mit lang anhaltendem Beifall selbst nach den einzelnen Liedern, am Schluß erzwang es mehrere Zugaben, die nach einem fast zweistündigen Konzert ohne Ermüdungserscheinungen gewährt wurden.
Herbert Rommerskirchen
Mauersberger-Konzert - Dresdner Requiem

Evangelische Hauptkirche Rheydt
Mauersberger-Konzert - Dresdner Requiem, Karfreitag, 2. April 2010, 19.30 Uhr
Ergriffenheit bei Totenmesse
Rheinische Post vom 6. April 2010
VON ARMIN KAUMANNS
"An Karfreitag geht's traurig zu in christlichen Kirchen, schließlich wird der Passion und des Sterbens des Messias gedacht. Dem angemessen inszenierte Kantor Udo Witt in der evangelischen Hauptkirche Rheydt das Dresdner Requiem des ehemaligen Kantors an der Kreuzkirche, Rudolf Mauersberger, das im Angesicht der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zerstörten Eibmetropole entstanden war".
Bedeutendes Werk
"Inszenierung ist nötig bei diesem Werk, das nicht nur eine wahre Flut von bedeutungsträchtigen Worten verarbeitet, sondern auch drei Chöre an verschiedenen Stellen der Kirche postiert, dazu ein Blechblasensemble, Schlagwerk, Celesta, Orgel und wenige tiefe Streicher auffährt, um die erschütternde Totenmesse auszumalen. Und trotz einiger Vorbehalte darf man dieses Konzert als ein bedeutendes Ereignis in Mönchengladbachs Musikgeschichte verzeichnen. Schon Ein- und Auszug der in gottesdienstliches Habit gekleideten Knaben, die den Altarchor abgaben, verströmt fromme, festliche Stimmung: Zwei Kerzen leuchten voran, finden vor dem Kanzelaltar Aufstellung für die folgende Stunde bis zum Auszug. Auf der Empore hat die Kantorei der evangelischen Hauptkirche hinter der Blechblas-Sektion Aufstellung genommen. Drei Posaunen, Tuba, drei Trompeten schweigen jedoch ebenso wie der Rest der Instrumente, weil Mauersberger sein Requiem über große Teile für Sänger allein, a cappella, gesetzt hat. Nur gelegentlich helfen tiefe Streicher, den Chor bei Stimmung zu halten".
"Neben den Knaben sind einige Solisten aufgeboten, die deren schwierigen Part zum kompletten Satz ergänzen. Hinter dem Altar steht noch ein Chor, der Dülkener Kammerchor, der im Verlauf der Totenmesse im Wechsel mit den beiden anderen Singgruppen wie aus dem Off in Aktion tritt - überglänzt von einem Knabensopran. Bis zum Dies Irae hört man kaum Instrumente, nur reinen Chorgesang. Der Komponist bewegt sich im Rahmen der Tonalität, erweitert sie jedoch um etliche Akkordfärbungen des 20. Jahrhunderts. Deshalb sind sämtliche Chorsätze für Laien äußerst schwierig zu singen. Umso höher ist die Leistung der Sänger einzuschätzen, die sehr viel von Mauersbergers Musik zur Erbauung der Zuhörer umsetzten. Groß die Wirkung der Bläser beim „Tag des Zorns", fulminant der Schall der letzten Posaune von Jericho, sogar für das Klappern der Gebeine der Toten hat der Komponist tonmalerische Xylophon-Klänge erfunden. Am Schluss schallen die Glocken Dresdens aus den Lautsprechern".
Verdi-Konzert - Messa da Requiem
Verdi-Konzert - Messa da Requiem vom 28. November 2009 Hauptkirche Rheydt
Rheinische Post vom 30. November 2009
Ovationen für Guiseppe Verdis Requiem
VON SABINE ZELLER
"(...) Was bleibt von allem Brausen, Flehen und Schmeicheln? Entblößte Hingabe. Nach gewaltigen Tonbildern des Jüngsten Gerichts schreit Verdis „Libera me" nicht nach Rettung, sondern bittet, zuletzt in schlichtestem C-Dur, fast tonlos um Befreiung. Eine kurze Stille folgte diesem bewegenden Moment in der Evangelischen Hauptkirche Rheydt. Danach brach anhaltender Applaus los, unter dem Kantor Udo Witt wieder und wieder die Solisten zur Verbeugung heranwinken, Chor und Orchester aufstehen lassen musste. Berechtigterweise. Giuseppe Verdi gibt den Choristen vielfältige Aufgaben, die kraftvolle Fülle und lineare Klarheit, Sicherheit in Fugen, Doppelchörigkeit oder beim Begleiten der Solisten verlangen. Der große Chor (Kantorei der Evangelischen Hauptkirche und Niederrheinischer Kammerchor Dülken, beide von Witt geleitet) schuf schon mit den ersten Einsätzen im „Requiem aeternam" die Atmosphäre, in der sich Dynamik und Farben aller Art sowie breitgefächerte Emotionalität in großen Bögen entwickeln konnten (..)"
Inspirierte Wiedergabe
"(...)Die Sängerinnen und Sänger stellten durch guten Umgang mit dem Text Plastizität her und fanden darüber hinaus unter Witts Händen zu spontan inspirierter Lebendigkeit. Die Solisten nahmen diese auf und gaben der Klage, der Zerknirschung, der Furcht und dem (in den Originalworten des „Recordare" eigenartig kalkulierenden) Flehen des Menschen Gestalt. Mit Thomas Peter war die Basspartie gut besetzt; besonders dem „Confutatis" gab er passenden Ausdruck in der Balance von Volumen und Fluss. Der Tenor Alexander Spemann, kurzfristig eingesprungen, fügte sich sicher in die Solistengruppe, die souverän die verrätselten A-cappella-Ensembles in den musikalischen Zusammenhang einband. Bei den Frauenpartien erwartet man den Kontrast zwischen einem dunklen Mezzo und einem hellen Sopran. Doch hier waren die Farben anders gemischt: Die Mezzosopranistin Uta Christina Georg strahlte in tiefwurzelnd lichtem Timbre und strömendem Legato, Dara Hobbs leuchtete ihre Partie mit (einem satt-samtigen, gut geführten Sopran aus. Beide Sängerinnen, Mitglieder im Opernensemble des Theaters, agierten ebenso intelligent wie sensibel und ergänzten einander bestens. Das Orchester der Hauptkirchenkonzerte (Konzertmeisterin: Johanna Brinkmann) trug durch hohe Präsenz und schöne Soli (Trompeten, Flöten) den Erfolg der ausverkauften Aufführung mit(..)"
Schubert-Konzert - Messe in As-Dur D 678
Schubert-Konzert - Messe in As-Dur D 678 vom 28. Februar 2009 Hauptkirche Rheydt
Rheinische Post vom 2. März 2009
Schubert gelungen interpretiert
"...(von Gert Holtmeyer)....ein anspruchsvolles Schubert-Konzert gab es in der voll besetzten Evangelischen Hauptkirche Rheydt zu hören. An den Anfang hatte Kantor Udo Witt Schuberts zweisätzige Sinfonie D 759 gesetzt, die üblicherweise „die Unvollendete" genannt wird. Ob sie tatsächlich nicht zu Ende gebracht wurde, ist eine müßige Frage. Trotz seines kurzen Lebens hätte Schubert noch die Zeit gehabt, zwei Sätze hinzuzufügen. Aber vermisst man nach den beiden erschütternden Sätzen wirklich ein Menuett und ein Presto? Dem Orchester der Hauptkirchenkonzerte gelang unter Leitung von Udo Witt eine stimmige Wiedergabe dieser Sinfonie. Dank einer angemessenen Tempowahl wurde nichts verschleppt, waren die musikalischen Strukturen deutlich zu erkennen.
Weniger bekannt, obwohl durchaus hochinteressant zu hören ist das zweite an diesem Abend aufgeführte Werk Franz Schuberts: die Messe in As-Dur D 678. Für den Chor war das keine leichte Aufgabe, denn der Komponist hat für seine Zeit kühne Harmonien und Modulationen geschaffen, die schon Momente der Spätromantik vorweg nehmen. Der Charakter der Musik entwickelt sich in den Sätzen sehr dynamisch. Im „Quoniam tu solus sanctus" etwa beginnt die Musik düster und entwickelt sich zu strahlend-triumphierenden Klängen. Schubert löst sich von Konventionen seiner Vorgänger. In Haydn- und Mozart-Messen beispielsweise beginnt das Credo in der Regel schnell und schwungvoll. Schubert dagegen entschied sich für einen getragenen, majestätischen Beginn.
Dafür, dass der Abend zu einem großen Erfolg wurde, gebührt allen Mitwirkenden Anerkennung. Der Chor, die Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt, war exakt einstudiert, was sich in sicheren Einsätzen und präziser Intonation niederschlug. Das Orchester der Hauptkirchenkonzerte, unter Mitwirkung von Mitgliedern der Niederrheinischen Sinfoniker, war mit der erwarteten Professionalität bei der Sache. Konzertmeisterin Johanna Brinkmann (Violine) leitete zuverlässig die Impulse des Dirigenten an die Mitspieler weiter. Mit Emiko Okuyama (Sopran), Uta Christina Georg (Alt), Markus Heinrich (Tenor) und Thomas Peter (Bass) waren erstklassige Gesangssolisten gekommen, die auch als Ensemble, etwa im Credo oder im Benedictus, ausgewogen miteinander harmonierten. Und Udo Witt war wie gewohnt ein souveräner Leiter.
Dem langen und herzlichen Beifall war deutlich zu entnehmen, dass sowohl das Programm als auch die Interpretation die Anerkennung des Publikums vollauf gefunden hatten..."
Weihnachtsoratorium Teile I. - VI. von J.S. Bach
Weihnachtsoratorium Teile I. - VI. von J.S. Bach am 29.11.2008 Hauptkirche Rheydt
Rheinische Post vom 1.12.2008
Mit Bach in den Advent
"...(von Armin Kaumanns) ...zum guten Ton einer Stadt gehört es, in der Adventzeit Bachs Weihnachtsoratorium aufzuführen. Immer wieder haben auch in Mönchengladbach sich die guten unter den Kirchenchören mit diesem Werk befasst. Sie haben die wöchentliche Probenzeit mit „Jauchzet, frohlocket!" oder „Herrscher des Himmels" verbracht, Figurationen und Einsätze gepaukt und das Ergebnis kurz vor Weihnachten in fast immer vollen Kirchen aufgeführt. Dass das in Zukunft so bleibt, ist keineswegs gewiss: Mit den Kirchengemeinden verringert sich die Zahl der Chöre, das gemeindliche Geld für Solisten und Orchestermusiker sitzt nicht mehr so locker.
Der verdiente Udo Witt mit seiner Kantorei der Evangelischen Hauptkirche Rheydt hatte diesmal gleich alle sechs Kantaten auf dem Programm. Er wählte die „Wiederentdeckungsfassung" von 1857. Der Hörer kriegt bei diesem Kompendium vor allem die „Story" der Weihnachtsgeschichte mit. Der Chor hat viel zu tun, die Solisten weniger. Fast alle Arien sind gestrichen, allenfalls der Evangelist ist im Dauereinsatz. Aber es reicht, einen Eindruck von der Pracht und dem Farbenreichtum der Bachschen Musik zu bekommen. Die Aufführung in der vollbesetzten Hauptkirche wurde diesem Anspruch gerecht. Die Kantorei war ordentlich vorbereitet, der Sopran fand sich effektvoll unterstützt vom Knabenchor der Musikschule. Dynamische Tiefenschärfe, brillante Intonation, prägnante Phrasierung waren bei dieser Interpretation des Weihnachtsoratoriums eher nicht Kennzeichen der Chorwirkung. Eher schon verlässliches, engagiertes Musizieren zum Wohle des fulminanten Gesamteindrucks. In diesen Rahmen passten sich auch die Gesangssolisten ein. Sehr schön gefärbt der Evangelistentenor von Wolfgang Klose, dem man wünschte, er erreiche die herausragende Präsenz in der Gestaltung des Wortes, wie sie dem Bass Thomas Peter eigen ist - dessen Trompetenarie geriet wahrhaft prächtig.
Klein aber fein die Stimme der Mezzosopranistin Kristine Larissa Funkhauser, die die tiefen Register der Altarien missen ließ, jedoch wunderbar musizieren kann, herausragend im Zusammenspiel mit der Solo-Violine von Johanna Brinkmann in „Schließe, mein Herze". Anja Kaftan führte ihren kühl leuchtenden Sopran geschmeidig, hübsch die Echo-Arie, zu der zwei Knaben aus dem „Off ihre „Ja" und „Nein" sangen. Der Advent hat nun auch musikalisch begonnen."
"Ein deutsches Requiem"
Johannes Brahms (1833 - 1897) - "Ein deutsches Requiem"
am Karfreitag, 21. März 2008 um 18.00 Uhr:
Rheinische Post, Dienstag, 25. März 2008: "Der Seligkeit nah"
"...(Armin Kaumanns).....wenn eine karfreitägliche Auseinandersetzung mit dem Thema Tod in jene von Blütenduft durchtränkten Klänge mündet, mit denen Johannes Brahms sein „Deutsches Requiem" versöhnlich hoffnungsvoll enden lässt, dann kann einem österlichen Glück kaum noch etwas im Wege stehen. Und wenn diese wunderbare Musik dann auch noch so ergreifend und mit so viel Können dargeboten wird, wie es der Kantorei der Hauptkirche unter ihrem Leiter Udo Witt gelang, dann kann man getrost ins Schwärmen geraten.
Einen ganz dicken Brocken der Chorliteratur stemmten die rund 70 Sängerinnen und Sänger mit hohem Engagement und einem Klangverständnis, das Zeugnis ablegt von stetig sich verbessernder Fähigkeit, aufeinander zu hören, sich in einen Gesamtklang einzubringen, miteinander zu musizieren. Udo Witt hat in den sechs Jahren, seit er das Kantorenamt an der Hauptkirche bekleidet, Verdienstvolles geleistet. Die Sänger danken es ihm aus vollen Kehlen, die Zuhörer mit entzückten Ohren....."
Kunst des leise Singens
"...die Kantorei, verstärkt durch Mitglieder des Kammerchors Dülken, stand ebenso dicht gedrängt auf Podesten wie die Musiker um Udo Witt herum saßen. Die Hauptkirche ist im Grunde zu klein für solche Veranstaltungen, immer sind die monumentalen Bänke im Weg, weil nicht entfernbar.... Witt wählte getragene Tempi, ließ das Orchester, das mit besten Kräften der Niederrheinischen Sinfoniker gespickt war, vollen Klang entfalten. Das hätte im Zusammenspiel mit den beiden Solisten ruhig etwas gedrosselter sein dürfen, auch der Chor beherrscht die Hohe Kunst des leise Singens nicht vollkommen. Aber Anja Maria Kaftan, deren junger Sopran eine erfreulich weibliche Rundung erfahren hat, und Michael Kupfer, der die Basspartie ein ums andere Mal in hohe Emotionalität führte, sind Profis genug, sich gegen instrumentale Übermacht durchzusetzen. Überhaupt genoss man die Lust aller Beteiligten, gemeinsam zu musizieren. Dies ist ein kostbares, weil rares Erlebnis....."
Oratorium "Paulus"
Felix Mendelssohn Bartholdy - Oratorium "Paulus"
am 1. Dezember 2007 um 19.30 Uhr:
Rheinische Post vom 3. Dezember 2007: "Paulus mit Lichterlebnis"
"...(Gert Holtmeyer).....Zu den bedeutendsten Vokalkompositionen Mendelssohns gehören die beiden Oratorien „Paulus" und „Elias". Zum Auftakt des ersten Adventssonntags war in der voll besetzten evangelischen Hauptkirche Rheydt eine beeindruckende Aufführung des „Paulus" zu hören. Der "Bach-Verehrer" Mendelssohn Bartholdy greift einerseits bewusst auf Strukturelemente Bachs und auch Händels zurück, findet andererseits einen ganz persönlichen Stil. Die vielschichtige musikalische Ausdruckspalette wurde vom Leiter Udo Witt differenziert herausgearbeitet. Der hervorragend einstudierte stark besetzte Chor überzeugte sowohl in den kraftvoll-triumphalen wie in den lyrischen Partien. Mit Ruhe und Intensität trug er die Choräle vor. Dramatisch gelangen die Partien, in denen sich Volkes Zorn artikuliert, wie „Weg mit dem" oder „Steiniget ihn". Präzise kamen die Einsätze, temperamentvoll und engagiert waren die Chormitglieder bei der Sache. Das Orchester der Hauptkirchenkonzerte (Konzertmeister: Mihalj Kekenj) trug wesentlich zum kultivierten romantischen Gesamtklang bei. Sehr schön klang es in der vom Komponisten häufig eingesetzten Kombination von tiefen Streichern und tiefen Bläsern, schwungvoll mit Pauken und Trompeten gefiel das Orchester im Porte. Transparent wurde das Lichterlebnis des Paulus gestaltet.
Solisten mit strahlender Höhe
Sehr gut und ausgewogen war das Solisten-Trio besetzt. Mit Dara Hobbs (Sopran), Jörg Nitschke (Tenor) und Michael Kupfer (Bass) waren souveräne Solisten gekommen. Alle drei verfügen über durchsetzungsfähige Stimmen, eine strahlende Höhe ist sowohl Dara Hobbs als auch Jörg Nitschke eigen. In Duetten hörte man gut aufeinander, auch das Zusammenwirken mit den beiden Chorsolisten Petra Kremers (Alt) und Stephan Dedring (Bass) verlief problemlos. Erwähnenswert ist das mit großer tonlicher und musikalischer Qualität gespielte Cello-Solo in der Tenor-Kavatine „Sei getreu bis in den Tod." Die Gesamtleitung war beim konzentriert und umsichtig agierenden Udo Witt bestens aufgehoben. Das begeisterte Publikum dankte mit langem und herzlichem Beifall. Wer die Kirchenmusik an der Hauptkirche kennt weiß, dass sich hier keiner auf Lorbeeren ausruht; nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Am Karfreitag (21. März) steht das Deutsche Requiem von Brahms auf dem Programm - ein weiteres bedeutendes Werk der Romantik..."
Matthäus-Passion
Johann Sebastian Bach - Matthäus-Passion
am Karfreitag, 06. April 2007 um 20.00 Uhr:
Rheinische Post vom 10. April 2007: "Mit Passion bei der Passion"
Zwei Orchester, drei Chöre und ein Leiter: Die Musiker begeisterten unter Dirigent Udo Witt ihr Publikum mit der dreistündigen Aufführung von Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion in der Ev. Hauptkirche Rheydt.
(Gert Holtmeyer) ".....Auch diese Aufführung in der bis auf den letzten Platz besetzten Rheydter Evangelischen Hauptkirche war ein voller Erfolg....Die beiden Erwachsenen-Chöre, die Kantorei der Hauptkirche Rheydt und der Niederrheinische Kammerchor Viersen-Dülken waren von Udo Witt glänzend einstudiert. Es gelang eine untadelige Wiedergabe der Turba- (Volksmassen-) Chöre.....Besonders eindringlich gelang im Duett mit der hervorragenden Konzertmeisterin Johanna Brinkmann die Arie "Erbarme dich". Die zweite Konzertmeisterin Gabriele Sassenscheidt und Bass Thomas Peter glänzten in der mitreißenden Arie "Gebt mir meinen Jesus wieder". Jörg Nitschke war mit seinem in den Höhen strahlkräftigen Tenor ein sicherer Evangelist, der dramatische Akzente setzte......"
Johannes-Passion
Johann Sebastian Bach - Johannes-Passion
am Karfreitag, 25. März 2005 um 20.00 Uhr:
Westdeutsche Zeitung: "MACHT MIR DEN HIMMEL AUF"
-Bachs Johannes-Passion am Karfreitag in der Hauptkirche-
"...(ark)... Kirchengemeinden, steckt Euer Geld in die Musik! Und Ihr habt die Kirchen voll, erreicht offene Ohren mit vielleicht der eindringlichsten Weise, Bibelwort unter die Menschen zu bringen. Kantor Udo Witt und seine Kantorei der Hauptkirche Rheydt haben am Karfreitag beredtes und sinnfälliges Beispiel gegeben, wie so etwas funktionieren kann. Die richtige Musik zur rechten Zeit am angemessenen Ort, dazu exzellent musiziert vom wirklich guten Chor und sehr guten Solisten und Instrumentalisten - so wird man noch lange der Aufführung dieser Bach´schen Johannes-Passion gedenken. Udo Witt gestaltet Zusammenhang. Wie aus einem Guss erscheint die vielgestaltige Reihe der Rezitative, Chöre, Choräle und Arien, die auf die Worte des Evangelisten Johannes die Passion Christi zum Gegenstand der Erzählung und innerlichen Betrachtung hat. Als eine Art Gesamtkunstwerk erscheint im Rückblick diese Interpretation, die mit großer Stringenz vom Garten Gethsemane nach Golgatha leitet und in die christliche Hoffnung des Osterfestes mündet: "Macht mir den Himmel auf".
Bruchlos gestaltete die Continuo-Gruppe die Übergänge, nicht zuletzt dank des außerordentlichen Evangelisten Wolfgang Klose, der seinen Tenor strahlend in den Dienst des Wortes stellte. Wie selbstverständlich seine Harmonie mit Stefan Heidemann, der mit seinem profunden Bass die Christusworte intonierte.....Anja Maria Kaftan entwickelte einen immer kostbaren Sopran, Uta Christina Georg überzeugte trotz der für sie ungewohnten Alt-Lage und Thoma Peter gab den Bass-Arien einen hohen Willen zum Ausdruck mit. Für seine Verhältnisse aber geradezu großartig bewältigte der Chor die anspruchsvolle Partie. Zu Beginn noch verhalten, steigerte er sich zu wahren Höchstleistungen..."
Rheinische Post: "JOHANNES PASSION IN NUR 110 MINUTEN"
-Heide Oehmen-
Nur eine Stunde und fünfzig Minuten für Johann Sebastian Bachs gesamte Johannes-Passion - kann das eine gültige und ergreifende Wiedergabe sein? Die über 600 Besucher, die am Abend des Karfreitags die evangelische Hauptkirche Rheydt füllten, dürften diese Frage bejaht haben. Kantor Udo Witt hetzte keineswegs durch das spannungsgeladene Werk, doch um der Dramatik willen ließ er stringent musizieren, schärfte die Kontraste und duldete keine Pausen. Schon vom beeindruckende Glaubenszuversicht ausstrahlenden Eingangschor an erlebten die Zuhörer den trotz seines Leidensweges siegesgewissen Christus, der unbeirrt seiner Erlösungstat entgegengeht.
Die groß besetzte "Kantorei der Evangelischen Hauptkirche" hatte den theologischen Hintergrund und die interpretatorischen Vorgaben ihres Leiters spürbar verinnerlicht. Abgesehen von kleinen Trübungen im "Herr unser Herrscher" gestaltete sie die Turbae (=Volks-Chöre) mit soviel energischem Zugriff wie sie die abwechslungsreich geformten Choräle zu willkommenen Ruhepunkten werden ließ. Wunderschön der Gegensatz zwischen dem kontemplativ gelungenen Grabgesang "Ruhet wohl" und dem strahlkräftigen, jubelnden Schlusschoral......Anja Maria Kaftan und Uta Christina Georg machten mit substanzreichem, funkelndem und schwerelosem Sopran, beziehungsweise einem Alt von üppiger, doch weicher Stimmfülle und wissender Gestaltung ihre Vorträge zum Ereignis.
Das Gleiche gilt für Thomas Peter, dessen klar zeichnender, makellos strömender Bass in den Petrus- und Pilatusworten ebenso überzeugte wie in den Arien. Stefan Heidemanns Achtung gebietendes Basspotential erschien - bei teils wenig prägnanter Diktion - fast zu mächtig für die Christusworte. Eine Entdeckung ist der an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf studierende Tenor Wolfgang Klose (Evangelist und Arien). Wenn er auch den ariosen Teilen noch einiges schuldig blieb, so zeichnen ihn schon jetzt plastische Deklamation, ein lyrisch-kerniges Timbre und vorbildliche Durchdringung seines Parts aus.
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